Vibration im Tischtennisholz: Meine erste Beratung

Ein sehr erfahrener Tischtennisspieler, der im Stuttgarter Raum für einen namhaften Verein spielt, kontaktierte mich über meinen Instagrammaccount. Er  war unzufrieden mit seinem Holz, da es zu stark vibriert. Jonas (Name aus Datenschutzgründen von der Redaktion geändert)  ist mit einem APOLONIA ZLC-Holz unterwegs bestückt für die VH mit einem Ternergy 05 Belag mit 2.1 mm starkem Schwamm sowie auf der RH mit einem Tenergy 64 Belag mit 1.9 mm starkem Schwamm. Tiago Apolonia, ein portugiesischer Tischtennisspieler, der seit 2013 beim 1. FC Saarbrücken, für uns in der Bundesliga spielt, hat sich dieses Holz 2014 von Butterfly anfertigen lassen. Es ist ein sogenanntes ZLC – Holz. Tiago verwendet dieses Holz bei
internationalen Wettkämpfen. Durch die zwischen Kern- und Mittelfurnier liegenden ZLC-Fasern (INNERFORCE LAYER Technologie) vermittelt das Holz einen weichen und kontrollierten Anschlag, spielt sich dennoch ZLC-typisch präzise und dynamisch. Dieses Holz eignet sich ideal für Spieler, die das spindynamische ZLC-Gefühl schätzen, auf ein kontrolliertes Spielgefühl aber nicht verzichten wollen.
Lt. Hersteller Butterfly
So der Wortlaut von Hersteller Butterfly.

Holzvergleich APOLONIA ZLC vs. BOLL ALC

Holzart


APOLONIA ZLCBOLL ALC
Kunstfaser ZL-Carbon (ZLC)Arylate-Carbon (ALC)
Reaktionswert 10.511.8
Vibrationswert 9.510.3
Furnieraufbau5-schichtig + 2 ALC5-schichtig + 2 ALC
Diese Hölzer kennzeichnen sich dadurch, daß sie
  1. aus 5 + 2 Furnieren bestehen. Die 2 steht für die beiden Kunstfaserfurnieren
  2. Die Carbonfasern sind hier dicht am Kernfurnier verleimt.

Woher kommt die Vibration im Tischtennisholz?

Für die Vibration des Holzes bzw. des Schlägers spielen 3 Dinge eine entscheidende Rolle.
  1. Die Holzhärte
  2. die Belagart bzw. die Schwammstärke bzw. -art.(Liegen die Noppen mehr auseinander (=weich) oder mehr zusammen(=hart)?)
  3. Wo liegen die Kunststofffasern innerhalb der Furniere.
Zur näheren Erklärung müssen wir einen kurzen Exkurs in die Physik machen. Ihr kennt doch sicherlich noch Experimente bezüglich Schwingungen oder könnt Euch so dunkel noch daran erinnern. Weichere Körper und damit biegsamere Körper lassen sich leichter in Schwingungen versetzen als härtere Körper aufgrund ihrer Beschaffenheit. Abgesehen von der Eigenfrequenz des Körpers wir wollen ihn ja nicht zerstören. Übertragen wir das nun auf unser Tischtennisholz, bedeutet das, bei jedem Schlag, den wir ausführen, werden Schwingungen auf unser Holz übertragen. Somit folgt ein weicheres Holz dieser Schwingungsfrequenz leichter als ein härteres. Dadurch ist die resultierende Vibration, klaro bei einem weicheren Holz stärker zu bemerken als bei einem härteren Holz. Das der Belag natürlich dabei auch noch eine Rolle spielt, weil wir ja nicht auf blankem Holz spielen, sondern auf einer Kombination aus beiden, dazu kommen wir gleich. Zurück zu unserem Carbon-verstärkten Apolonia-Holz: Dieses Holz hat im Vergleich zu Naturhölzern eine kürzere Ballkontaktzeit, vermittelt lt. Butterfly durch die zwischen Kern- und Mittelfurnier liegenden  ZLC – Fasern einen weicheren Anschlag mit erhöhter Ballkontaktzeit.(= Weicherer Charakter) Selbst Timo Boll spricht in seinem Weblog-Beitrag (Steifes oder weiches Holz) davon, daß er jemand ist,“der einfach ein sauberes Feedback haben möchte von seinem Schläger. Das gilt für meinen harten Belag, aber es gilt auch natürlich in Kombination mit meinem harten Holz, also ich möchte da keine Vibrationen spüren.“ Der Witz ist nur, das sein Holz sogar einen Vibrationswert von 10,3. Und das Holz schwingt bei Ihm nicht? Jonas Wert liegt 9,5 . Hier sein Beitrag dazu:
Dies legt den Schluss nahe, das die Vibration nicht vom Holz kommen kann bei Jonas, sondern von seinem Belag. Erinnern wir uns, er spielt Tenergy05 auf der VH und Tenergy64 auf der RH. Ein Blick in die Herstellerbeschreibungen beider Beläge lieferte mir den entscheidenden Hinweis: Der Tenergy05 ist auf Angriffsschläge mit maximaler Rotation mit kurzer Ballkontaktzeit (=Niedriger Katapultwert) ausgerichtet, somit ein harter Belag während der Tenergy64 für Kontrolle und Geschwindigkeit sowie langer Ballkontaktzeit (=Hoher Katapultwert) konzipiert wurde und somit einen weicheren Belag darstellt.

Was kann man gegen die Vibration im Tischtennisholz tun?

Damit war der Schuldige gefunden und wir konnten der Vibration im Tischtennisholz an den Kragen gehen. Unser Beratungskunde Jonas ist ein Offensivspieler, der sehr starken Wert legt auf ein kontrolliertes Spielgefühl. Sofern er sein Holz behalten will, gibt es nur eine Lösung: 1. Er muss härtere Beläge nehmen, speziell den Ternergy 64 gegen einen härteren Belag austauschen, z.B. Dignics 09 oder 2. eine sehr interessante Alternative zu Butterflybelägen sind die neuen Beläge von Cornilleau: speziell den Cornilleau Pilot Power Sound, der sich hervoragend für Offensivspieler eignet, die Wert legen auf kontrolliertes Spiel sowie Spin. 3. Das Holz wechseln: Er entschied sich für das LIN GAOYUAN ALC-Holz, das ähnliche Werte hat wie das BOLL ALC-Holz von Timo Boll. Ich werde die Cornilleau Beläge für Euch in einem meiner nächsten Beiträge genauer unter die Lupe nehmen. Wen es interessiert: Hier ist ein Blade Review zum Apolonia ZLC Holz:
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Die 3 Besten Tipps gegen Vibration im Tischtennisholz

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