23. January 2021
Equipment

Materialkunde

Mein Freund Kai Otterbach von spinundspeed hat für unseren TT-Blog einen wunderbaren Beitrag geschrieben zum Thema Materialkunde

1. Zur Wahl stehen 5 verschiedene Belagarten

Griffige („normale“) Beläge (z.B. Nimatsu Pegasus Cyclone), Kurze Noppen (z.B. Joola Express Ultra), Lange Noppen (z.B. Nimatsu Zerberus), Mittellange Noppen (z.B. Sauer&Tröger Hipster) und Antis (z.B. Dr. Neubauer ABS). Der Spieler muss einiges ausprobieren um zu wissen zu welcher Gruppe er sinnvollerweise greift.

Zu Beginn der Karriere ist es wichtig ein Allroundholz (z.B. Nimatsu Easy Feeling) zu benutzen und darauf klassische Beläge( z.B. TSP Ventus Basic) zu montieren mit mittlerem Tempo um die Möglichkeit zu haben alles zu erlernen. Nach den ersten Belägen erkennen gute Trainer ob es nicht vielleicht sinnvoll ist vom „herkömmlichen“ Belag abzuweichen und zu Noppen oder dem Anti umzustellen.

Bei den griffigen Belägen ist entscheidend aus welcher Generation (grob kann man sagen: je älter desto langsamer; bei den „modernen“ Belägen wurde von Generation zu Generation mehr Spannung im Schwamm eingebaut und damit mehr Katapult erzeugt) der Belag ist, welche Belagdicke er hat und wie der Schwammhärtegrad und der Gesamthärtegrad ist.

Unter https://www.spinundspeed.de/Belaege sind die Beläge nach Generationen eingeteilt. Dort kann man sich einen Überblick verschaffen.

Die Belagstärke kann man mit einem Trampolin vergleichen; je tiefer der Ball in den Belag eindringen kann, desto höher/weiter springt er raus.

Der Schwammhärtegrad hat einen großen Einfluss auf die Flugkurve des Balles. Je weicher der Schwamm, desto höher springt der Ball nach oben raus. Je härter der Schwamm, desto mehr springt der Ball nach vorne raus. Die Ellipse ist also viel flacher bei einem hartem Schwamm.

Dadurch ist das „Fenster“ über dem Netz, wo der Ball durch muss um auf dem Tisch zu landen, kleiner bei harten Schwämmen und größer bei weichen Schwämmen.

Noch ehrlicher als der Schwammhärtegrad (SHG) ist der Gesamthärtegrad (GHG). Wir von Spin & Speed haben fast alle Beläge gemessen und uns oft selbst gewundert wie hoch der GHG im Vergleich zum SHG ist.

Auch hier könnt Ihr Euch unter https://www.spinundspeed.de/Belaege eine Übersicht über den Gesamthärtegrad verschaffen. Die Oberlage und natürlich die Noppen(innen)struktur spielen dabei eine sehr große Rolle!

Bei den „anderen“ Belägen kann man ganz grob folgendes sagen:

  • Kurze Noppen sind für Block/Konter/Schuß – Spieler am besten geeignet

  • Lange Noppen für Verteidiger. Entweder klassisch oder modern Tischfern oder aber auch als Schieber/Drücker/Blocker am Tisch

  • Mittellange Noppen spielen die meisten, die mit griffigen Belägen zufrieden sind aber Probleme mit gegnerischer Rotation haben

  • Antis gibt es mittlerweile auch sehr viele verschiedene. Daher auch sowohl Tischnah, als auch Tischfern zu benutzen. Mit einigen kann man auch sehr gut angreifen!

Abschließend ist zu den Belägen folgendes zu sagen. Jeder Belag hat seine Berechtigung und viele Spieler sollten über Ihren Schatten springen und auch mal „Fremdmaterial“ ausprobieren. Auch wenn es nur dazu dient das Material mehr „zu verstehen“. Wenn man in höhere Ligen schaut merkt man allerdings das man am weitesten kommen kann mit griffigen, modernen Angriffsbelägen (fast immer )

2. Hölzer

Das Holz ist der Kernartikel des Schlägers und für sehr vieles verantwortlich was auf dem Tisch passiert. Es wird oft unterschätzt, ist aber wichtiger als die Beläge. Habe ich kein Gefühl beim Balltreffpunkt, keine Rückmeldung, dann habe ich keine Kontrolle und der Schläger beherrscht Dich statt umgekehrt. Folgendes muss man beachten:

  • Holzart (z.B. Balsa – sehr weich oder Bambus – sehr hart)

  • Furnieranzahl

  • zusätzliche Kunststofffaser (Carbon, Glasfiber, etc.)

  • Gewicht und Schwerpunkt

Jeder Tischtennisspieler hat ein anderes Gefühl, eine andere Rückmeldung, bei verschiedenen Hölzern. Manche können nur 5-schichtige Hölzer spielen, manche nur Hölzer mit Carboneinlagen um das Holz steifer zu machen. Andere wiederum können nicht auf Balsa verzichten, weil die Hölzer unfassbar leicht sein müssen.

Und schon sind wir beim Schwerpunkt. Es gibt Kopflastige-und Mittellastige Hölzer. Kopflastig (z.B. Tibhar Blaszczyk Balsa light) sind ganz leichte Hölzer, wenn sie mit Belägen versehen sind. Durch die Kopflastigkeit trifft man schneller/fester auf den Ball als bei mittellastigen Hölzern.

Mittellastige Hölzer (z.B. Nimatsu Ardency 3.5 ALL+) haben den Vorteil der Ausgewogenheit. Sie sollten vor allem im Anfängerbereich eingesetzt werden um Fehlhaltungen des Handgelenks vorzubeugen. Später, nach der Grundausbildung, entscheidet sich dann womit sich der betreffende Spieler wohler fühl. Es ist schwer SEIN Holz zu finden, manche suchen jahrelang. Hat man es gefunden ist es ratsam direkt ein 2. zu kaufen und beide gleichmäßig zu spielen. Wenn dann mal ein Notfall kommt (Bruch oder Verlust) bricht nicht direkt die Welt zusammen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass sehr viele Spieler mit zu schnellen Hölzern spielen und damit gerade im Passivbereich mehr Fehler machen. Es gibt heutzutage so schnelle Beläge, da sollte man im Zweifel immer das langsamere Holz wählen und dieses mit schnellen Belägen kompensieren. Die Kunst ist es das schnellstmögliche Holz mit der bestmöglichen Rückmeldung zu finden.

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